– Dreitägige Wanderung von Gingen (Fils) nach Unterkochen

Der Albverein hat sich als Ziel gesetzt den allseits bekannten Albnordrandweg (HW 1) zu begehen. Bei der diesjährigen Wanderung wurde am ersten Oktoberwochenende die Wanderung auf der Ostalb fortgesetzt.

Mit dem VVS war der Startpunkt Gingen an der Fils schnell erreicht. Nach kurzem, knackigem Anstieg wurde die Kuchalb angesteuert. Am Albtrauf entlang ging’s Richtung Osten. Als exponierter Aussichtspunkt ermöglichten die Rötelsteine einen herrlichen Ausblick ins Filstal und auf die drei Kaiserberge. Die Mittagspause am Naturfreundehaus Immenreute wurde mit Vesper aus dem Rucksack gestaltet. Leider gab es an diesem Tag keine Bewirtung. Anschließend konnten am Messelberg die Startvorbereitungen der Flugdrachen bestaunt werden.

Im Gegensatz zu den putzmunteren Wanderern, gab es bei einigen Wanderschuhen die ersten Anzeichen von Materialermüdung. Das Panzertape von Franz machte seinem Nachnamen alle Ehre, und so konnten die havarierten Wandersfrauen mit umwickelten Schuhen ihre Wanderung fortsetzen.

Ein steiler Abstieg nach Weißenstein und der Talweg ins benachbarte Lauterstein beschlossen das Ende des ersten Wandertages. Der vom Nachtquartier Silberdistel angebotene Fahrservice zum Abendessen in der Bikerkneipe wurde aufgrund der müden Füße von einigen Wanderern gerne in Anspruch genommen.

Die Reizung einer Achillessehne zwang einen unserer Wanderkameraden am nächsten Morgen leider zur vorzeitigen Abreise. Die auf 20 Wandersleute geschrumpfte Truppe erklomm über die Lützelalb am Morgen des 2. Tages schnell die Albhochfläche. Über Jägerhaus und Bargauer Kreuz wurde das Himmelreich angestrebt. An dem so benannten Naturfreundehaus kam bei der Mittagspause auch die Kaffeefraktion endlich auf ihre Kosten. Große Tassen mit leckerem Kaffee erwärmten die etwas durchgefrorenen Gemüter. Die anrückende Kaltfront machte sich bemerkbar. Auf dem nach Osten gestreckten Höhenrücken gelangte die Wandergruppe kurz vor Heubach an einen exponierten Aussichtspunkt. Vom Ostfels bot sich ein herrlicher Blick auf die Stadt und den von der Abendsonne beschienenen dahinter aufragenden Rosenstein.

Nach kurzem steilen Abstieg und einigen malerischen Gassen war die  Ortsmitte von Heubach bald erreicht. Das Eiscafe am Marktbrunnen konnte durch unsere Wandergruppe eine deutliche Umsatzsteigerung verbuchen. Der nahe gelegene Goldene Hirsch erwies sich als uriges Nachtquartier. Die Hotelzimmer waren von einem örtlichen Bettenhersteller mit diversen Produkten zum Probeschlafen ausgestattet worden. Es ist nicht bekannt wie oft nachts die Schlafgelegenheiten gewechselt wurden.

Mit Ersatzschuhen konnten unsere zwei geplagten Wandersfrauen in den dritten Tag starten. Schuhkurier Jakob hatte die begehrte Fußbekleidung am Vorabend angeliefert und leider auch 3 Mitwanderer mit nach Hause genommen. Am morgendlichen Anstieg zum Rosenstein war der nächste Schwund der Truppe zu verzeichnen. Plötzlich fehlten 3 Wanderer. Ein versteckter Abzweig führte sie auf einen Irrweg. Glücklicherweise konnten die 3 schnell wieder eingefangen werden, so dass auf dem Rosenstein die Truppe wieder vereint war.

Der letzte Tag war von windigem und kaltem Wetter geprägt. Immer wieder einsetzende Schauer sorgten für einen intensiven Gebrauch der Regenausrüstung. Die Mittagspause unter den früchtebehangenen, altehrwürdigen Kastanien in Tauchweiler fiel daher etwas kürzer aus. Die letzten Kilometer der Wanderung durch weitläufige Waldgebiete und vor der Kulisse großer Windräder bot viel Zeit für Gespräche unter den Wandersleuten. Die Aussichtstürme auf Volkmarsberg und Langert sorgten noch einmal für Abwechslung und faszinierende Aussichten unter anderem auf Aalen. Beim Abstieg nach Unterkochen kam die Wandertruppe nun richtig in Fahrt, so dass der Bahnhof schon 30 Minuten vor Zugabfahrt erreicht war.

Damit war nach 56 gewanderten km die achte Etappe auf dem HW1 beendet. Dabei waren: Andrea, Eva, Beate, Gabi, Gerlinde, Hannelore, Juliana, Katrin, Silke, Albert, Andreas,  Franz, Fritz, Helmut, Manfred, Nikolai, Peter, Robert, Roland, Tim und Hartmut.

Seit 2009 hat der Albverein damit ca. 286 km auf dem HW1 bewältigt, von Tuttlingen bis Unterkochen.

Die Fortsetzung folgt im nächsten Jahr. Bis nach Donauwörth am Ostende der Alb sind noch 80 km zu erwandern.

Hartmut Scheuter